Zermürben bis zur Ausreise
Iraker erhalten nach dem Widerruf meistens eine Duldung. Die Duldung ist eine rechtlicher Zustand, der vor allem dazu benutzt wird um Flüchtlinge abzuschrecken und soweit zu zermürben dass sie freiwillig ausreisen:
Wer geduldet wird verliert seine Arbeitserlaubniss. Für die Kinder gilt keine Schulpflicht, sie erhalten kein Kindergeld, dürfen keine Ausbildung machen und nicht studieren. Es gibt zudem verminderte Sozialleistung die in Form von Sachleistung (z.B.: Essens- und Hygeniepakete in Bayern) ausbezahlt werden. Das Wohngeld wird durch einen Platz in einer Asylunterkunft ersetzt. Diese Unterkünfte sind in der Regel Container- oder Barackenlager in denen sich 3-4 Personen ca. 12m² teilen müssen. Abgesehen von der deutlich schlechteren sozialen Situation schwebt immer das Damoklesschwert der Abschiebung über einem, denn Geduldete Flüchtlinge können ohne weitere Begründung jederzeit abgeschoben werden. Auch wenn das im Falle des Iraks so bald nicht passieren wird, traumatisiert dieser Zustand der Ungewissheit und versperrter Lebensperspektiven Menschen auf Jahre hinweg. Angesichts der Tatsache dass viele Iraker seit Jahren gut integriert in der BRD leben, kritisierte selbst der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz,
“Es kann nicht sein, dass irakische Flüchtlinge, die oft seit Jahren in Deutschland leben, nach einem Widerruf in der Regel in die Duldung fallen, das muss ein Ende haben“.

23.08. 35 Tote im Nordirak 

